Water von Deepa Mehta ab 16.4. auf DVD
„Water“ ist nach „Fire“ (1996) und „Earth“ (1998) Deepa Methas dritter Film aus ihrer legendären Elemente–Trilogie, der die Rolle der Frau in der sich wandelnden indischen Gesellschaft thematisiert. Das Leitmotiv des Films ist das Wasser, Urquell des Lebens, das die Sünden rein zu waschen vermag. Dieses Sinnbild wird von der Ausnahmeregisseurin bedeutungsvoll inszeniert.
Varanasi, Indien, 1938. Die achtjährige Chuyia ist tragischerweise zur Kinderwitwe geworden. Für heutige Betrachter unglaublich grausam aber damals in Indien eine traurige Wahrheit: Der Hinduismus billigte noch in den 30er Jahren die Kinderheirat mit älteren Männern. Diese Praxis war weit verbreitet. Wenn die Ehemänner der Kinderfrauen starben, wurde den Mädchen eine Mitschuld gegeben. Zur Buße mussten sie sich die Haare abrasieren und fern ab der Familie in einem Ashram (ind. Kloster) ihr trostloses Dasein fristen – oder sich gemeinsam mit ihren toten Mann verbrennen lassen.
Nach dem Tod ihres Ehemannes soll nun auch Chuyia in ein Ashram. Verzweifelt ruft sie nach ihrer Mutter und wehrt sich, aber die hinduistischen Bräuche verlangen es so und der Vater liefert sie im Witwenheim ab, obwohl es sein Herz zerbricht. Insgesamt leben 14 Frauen in dem Ashram – einem kleinen, schäbigen, zweistöckigen Haus rund um einen heruntergekommenen Innenhof. Die Frauen sind zwischen 18 und 80 Jahren alt, tragen schlichte weiße Saris und ihre Köpfe sind kahlgeschoren.
Im Ashram herrschen menschenunwürdige Verhältnisse. Die Frauen dürfen nicht sprechen, es sei denn, sie werden angesprochen. Außerdem leiden die meisten unter ständigem Hunger, denn sie erhalten nur eine karge Mahlzeit pro Tag. Tag ein Tag aus beten sie zu den Hindu-Göttern und warten geduldig auf ihr Ableben. Doch ihr Leben soll sich bald ändern: Die frische und lebhafte Ausstrahlung der kleinen Chuyia bringt die Ordnung der anderen Bewohnerinnen gehörig durcheinander. Besonders der jungen Witwe Kalyani wächst Chuyia bald ans Herz. Kalyani ist atemberaubend schön und die Einzige, deren Haare als Zugeständnis an ihren „Beruf", nicht geschoren sind. Unkompliziert und sanftmütig, strahlt sie eine fast kindliche Unschuld aus. Nachts ist es mit ihrer Unschuld jedoch vorbei, denn dann bringt die Witwe Gulabi sie über den Fluss zu den Villen in der Stadt, wo sie sich bei den reichen Männern der Stadt prostituiert. Die Schöne erträgt ihr Dasein mit ruhiger Gleichmütigkeit, denn sie denkt, dieses Schicksal sei ihr Karma. Kalyani wird schnell Chuyias engste Freundin. Die anderen Witwen ächten Kalyani im Glauben, dass naher Kontakt mit ihr unweigerlich zu einer Beschmutzung ihrer eigenen Reinheit führe.
Teilnahmslosigkeit und Trägheit hängen wie ein feiner Dunst über dem Witwenhaus. Doch schon bald soll sich fast alles für die Witwen ändern: Das etablierte Gefüge im Ashram beginnt auseinander zu brechen, als sich der aufgeklärte Ghandi-Anhänger Narayan, der aus einer niedrigen Kaste stammt, in Kalyani verliebt. Eine Revolution kündigt sich an, als er ihr von einer neuen Gesetzesregelung berichtet, die nun die Hochzeit mit einer Witwe ermöglicht. Auch sonst sind die Vorboten der neuen Ordnung und der bevorstehende Unabhängigkeit vom British Empire überall zu spüren ...
„Water“ ist nach „Fire“ (1996) und „Earth“ (1998) Deepa Methas dritter Film aus ihrer legendären Elemente–Trilogie, der die Rolle der Frau in der sich wandelnden indischen Gesellschaft thematisiert. Das Leitmotiv des Films ist das Wasser, Urquell des Lebens, das die Sünden rein zu waschen vermag. Dieses Sinnbild wird von der Ausnahmeregisseurin bedeutungsvoll inszeniert.
„Fire, Earth und Water handelten im Wesentlichen von dem Konflikt zwischen dem Wunsch nach Unabhängigkeit und Freiheit und der religiösen Tradition, oder zumindest den rückständigsten Formen dieser Traditionen,“ beschreibt die heute in Kanada lebende Regisseurin das Hauptthema ihrer Filme. Auch die Medien zeigten sich begeistert: „Ein spektakulärer Film“, lobte die 3sat-Sendung kulturzeit und das Magazin Brigitte schloss sich an: „Ein poetisches Meisterwerk mit kraftvollen Bildern, farbenfroh und voller Lebenslust“. Am 16. April 2007 erscheint Deepa Mathas „Water“ als DVD mit exklusivem Bonusmaterial.
Die DVD-Features auf einen Blick
Bildformat 2,35:1 (16:9 anamorph codiert)
Sprachen/Tonformat Deutsch: Dolby Digital 5.1
Hindi: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial Interview mit Deepa Metha
Laufzeit Bonusmaterial ca. 45 Minuten
DVD-Typ DVD 9
DVD-Box Amaray clear
Veröffentlichung 16.4.07
mit den drei Filmen
"Fire, Earth, Water" bestellen.
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