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Stichwörter: Good Charlotte
Friday, 29. February 2008

Good Charlotte

Schon nach den ersten Sekunden von „Good Morning Revival“, dem vierten Album von Good Charlotte, kündigt sich unmissverständlich an, dass die Band ihren Klang revolutioniert hat.


Good Charlotte on tour in Deutschland

Kunstvolle, innovative Klangcollagen gehen über in das unwiderstehliche „Misery“ – ein beeindruckender Opener. Und wenn schließlich „March On“, der letzte Song des Albums verklungen ist, bleiben keine Zweifel: Neun Millionen verkaufte Alben sind für Good Charlotte noch lange kein Grund, musikalisch auf Autopilot zu schalten. Ganz im Gegenteil.

Eines der Highlights des Albums ist „The River“, ein Stück über Sünde und Erlösung, das die dunklen Seiten der Glitzermetropole Los Angeles beschreibt. Für den Song holte die Band die langjährigen Freunde und Mitmusiker M. Shadows und Synyster Gates (von Avenged Sevenfold) mit ins Boot. Es ist das erste Mal, dass Good Charlotte für ein Album offiziell mit anderen Künstlern zusammengearbeitet haben. Und die Premiere hätte erfolgreicher nicht verlaufen können.

„Wir sind mit Avenged schon ewig befreundet. Wir hatten die Zusammenarbeit nicht groß geplant, es ist einfach passiert und es hat gepasst“, sagt Joel. „Wir saßen zusammen und hörten unsere neuen Stücke an. Der Song hat ihnen gefallen, also fragten wir sie, ob sie mitmachen wollten. Und es klang super. Wir sind nicht nur Freunde, sondern auch Fans ihrer Musik. Darum sind wir natürlich glücklich und stolz, dass sie jetzt Teil unseres Albums sind.“

„Good Morning Revival” brilliert mit innovativen Stücken wie dem aufgedrehten Club-Track „Dancefloor Anthem“ und dem an die Gorillaz erinnernden You-Tube-Favoriten „Keep Your Hands Off My Girl“ (den Song konnten U.S.-Fans schon auf der Tour im Herbst 2006 hören).

„Als ich das Stück das erstemal hörte, sagte ich: ‚Wollt ihr mich verschaukeln? Das glaubt doch kein Mensch, dass das ein Good-Charlotte-Song ist’“, sagt Billy. „Und Joel antwortete nur: ‚Das ist genau der Punkt, mein Freund!’ Inzwischen finde ich das Stück wahnsinnig gut.“

„Es ist schon ein komisches Gefühl”, sagt Joel. „So ein Stück zu machen, erfordert eine gewisse Risikobereitschaft. Mit Sicherheit werden einige Leute mit dem Song überhaupt nichts anfangen können. Aber wir wollten hier keine hochtrabende Kunst machen. Es ist einfach ein sarkastischer Blick auf diese ganze Club-Szene.“

Das vom Keyboard angetriebene „Misery” befasst sich mit den „tacky, plastic shallow, empty people“, also den oberflächlichen Figuren, die Los Angeles bevölkern. Das großartige „A Beautiful Place“ erinnert an Travis, die Beach Boys oder die Flaming Lips und zeigt, dass Good Charlotte als fantastische Pop-Band genauso gut funktionieren wie als Elektro- oder Punkformation.
„Das Stück habe ich in Mexiko geschrieben“, sagt Benji über „A Beautiful Place“. „Ich war während der Hurrikan-Saison unten, an einem wunderschönen Strand. Ich hatte an dem Abend frei und mir wurde bewusst, wie gut es mir geht. Dean [Butterworth] war an diesem Stück ganz wesentlich beteiligt. Das Schlagzeug ist enorm wichtig für den Song und hat ihn erst zu dem gemacht, was er jetzt ist.“

Mit den Hochs und Tiefs von Beziehungen befassen sich die Rock-Hymnen „Break Her Heart“ und „Something Else“. In beiden Stücken und dem ruhigeren „Where Would We Be“ schüttet Joel, der sich erst vor kurzem von Schauspielerin Hilary Duff getrennt hat, sein Herz aus. „Einige Leute werden diese Stücke sicher eifrig interpretieren“, sagt er. „Das stört mich wenig. Ich finde es ganz normal, über Liebe zu singen. Das ist ein wichtiger Teil von mir und ein Teil unserer Musik. Ich habe kein Problem damit, meine Gefühle zu zeigen.“

Eine Einstellung, die auch auf „Good Morning Revival” als Ganzes zutrifft. „Diese Platte offenbart viel von uns, sagt Benji. „Mehr, als wir früher gezeigt haben. Wir sind nicht mehr in erster Linie ‚angry kids’. Es geht uns gut, wir haben viel Glück gehabt. Aber Angst und Wut werden immer da sein. Joel und ich hatten eine schwierige Kindheit, das ist bekannt. Unser Vater war nicht das allerbeste Vorbild. Aber heute bin ich immer öfter einfach nur glücklich und dankbar. Mein Leben ist langsam im Gleichgewicht.“

Und Joel fügt hinzu: „Für uns ging es immer auf und ab. Zwischendurch hatten wir ein kleines Tief, jetzt sind wir wieder auf dem aufsteigenden Ast. Unsere neue Platte zieht ein Zwischenfazit. Wir blicken zurück, aber auch nach vorn. Eigentlich mehr nach vorn. Wir tun das, was wir lieben. Besser kann es nicht sein.“

Joel Madden – Gesang
Benji Madden – Lead Gitarre und Gesang
Billy Martin – Gitarre und Keyboard
Paul Thomas – Bass
Dean Butterworth – Schlagzeug

Good Charlotte - Konzerttermine

27.03.2008 München Georg-Elser-Halle
28.03.2008 Saarbrücken Garage
29.03.2008 Köln Palladium

Hier gibt's Tickets >>


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