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Thursday, 17. August 2006

NATE JAMES

Es heißt ja immer in Lebensläufen von Künstlern, sie hätten dieses und jenes von besonderem musikalischen Nährwert bereits mit der Muttermilch aufgesogen. Nun, was Nate James angeht, dürfte eher der amerikanische Vater aus North Carolina früh prägend gewesen sein.


Es heißt ja immer in Lebensläufen von Künstlern, sie hätten dieses und jenes von besonderem musikalischen Nährwert bereits mit der Muttermilch aufgesogen. Nun, was Nate James angeht, dürfte eher der amerikanische Vater aus North Carolina früh prägend gewesen sein. Da war zum einen seine exquisit bestückte Motown-Plattensammlung, die immer ins Kinderzimmer heraufschallte, wenn Mom und Dad eine flotte Sohle aufs Wohnzimmerparkett legten, damals in Lakenheath in Suffolk . Da war zum anderen sein Job in der US-Airforce, in dessen Natur es lag, dass längere Zeit nicht zu denken war an eine flotte Sohle. Beziehungsweise: nur daran zu denken. So wie damals, als James Senior seinen Dienst mehrere Monate in Japan zu verrichten hatte. Und der sechsjährige Nate mit seinem vier Jahre älteren Bruder gerade in der Badewanne saß, als Dad anrief. „Meine Mutter“, erinnert sich Nate an seinen ersten, na ja: „Auftritt“, „gab uns den Hörer und wir sangen „I Just Called To Say I Love You“ so laut wir konnten. Ich glaub’, Mom hat eine Träne verdrückt dabei.“ Verständlich.

 

So gern man das damals gehört hätte: Noch schöner ist es zu hören, was der 2005 als Bester Newcomer und Bester R’B-Künstler gleich für zwei MOBO-Awards nominierte Nate James heute auf seinem Debütalbum „Set The Tone“ mit seiner Stimme anstellt, ohne den Bruder, aber mit richtigen, live-erprobten Musikern, die mit Verve aufspielen ohne sich aufzuspielen. Wie er gleich zum Auftakt in „Said I’d Show You“ ebenso lässig wie lasziv den Mann für diese Nacht gibt. Wie er im rockigen „I’ll Decline“, dem Titel trotzend, eben nicht den Kürzeren zieht, sondern sich behauptet gegen keine Geringere als En Vogue-Diva Dawn Robinson. Wie er in „Funky Love“ mit Carmen Reece flirtet. Oder wie er in „The Message“ seine ebenso einfache wie ansteckende Groove-Botschaft verbreitet. „Gotta get up and dance, gotta get up and move, gotta send out my message to the people...“

Bevor er die formulieren konnte, musste Nate James freilich schon eine Enttäuschung wegstecken. Notorious, die Vocal-Gruppe, für die sich der damals 18-jährige Kunststudent vom College in Ipswich weg beim Casting eines Londoner Produzenten qualifiziert hatte, wurde von der Plattenfirma noch vor der ersten Single wieder vor die Tür gesetzt. Im Schoß seiner Familie tankte er neue Zuversicht, arbeitete für die Miete in einer Hotelbar und trat so oft wie möglich im nahen Ipswich auf. Wo auch die Dinge wieder ins Rollen kamen, als er David Brant (Misteeq) kennenlernte. Gemeinsam schrieben sie den Titelsong des Albums. Auch der Kontakt zu einigen Co-Autoren aus Notorious-Zeiten wurde reaktiviert. Resultat eins: Ein Songwriter-Vertrag bei Universal Publishing. Resultat zwei: Gigs als Support für John Legend und Corinne Bailey Rae sowie der Umzug nach London.

Dort war gleich seine erste Headliner-Show im Jazz Café im Februar 2005 bereits drei Wochen im Voraus ausverkauft, schon im Herbst folgte der Sprung ins ungleich größere Shepherd’s Bush Empire. Dazu stand Nate James bereits als Support für Beverly Knight, M People und Musiq Soulchild erfolgreich auf der Bühne.

Nach den Erfahrungen mit Notorious war es Nate James wichtig, von Anfang an so viel Kontrolle wie möglich über seine Solo-Karriere zu haben. So hob er für „Set The Tone“ sein eigenes Label Frofunk aus der Taufe, das sein Album weltweit an verschiedene, unabhängige Label vergibt. Längst könnte „Set The Tone“ dabei auch mit dem Sticker „Big In Japan“ versehen werden. Das unwiderstehlich treibende „Universal“ war dort ein Top 3 Airplay-Hit, der Nate James zu Konzerten nach Tokio führte sowie – in einem Programm mit US-Größen wie Snoop Dog und Pharrell Williams – auf das Springroove-R’B-Festival.

 

Das neue Album "Set the Tone" - günstig bei Amazon:

 

Derweil ist man in Großbritannien – fast 100.000 verkaufte Exemplare von „Set The Tone“ später - ganz schön und ganz zurecht stolz auf Nate James. Endlich mal wieder ein junger Künstler, der sich nicht in Dance-Underground-Schleifen verheddert, der alles mitbringt für eine musikalisch spannende und kommerziell erfolgreiche Karriere: Die Stimme, die Songs, na ja, und die Looks stimmen auch. Da kann sich Jamiroquai mit seinem 23. Ferrari getrost in die Midlife-Crisis zurückziehen, und ukmusic.com „go back to the States Music Soulchild“ empfehlen. Denn Nate James „beweist, dass beseelte, inspirierende Stars im Vereinigten Königreich wirklich existieren“, wie das Fachorgan „Blues & Soul“ fast erstaunt registrierte. Seine Eltern haben jetzt glatt eine Alternative zu Marvin und Stevie, wenn’s mal wieder hoch hergehen soll. „Sie sind großartige Tänzer“, sagt Nate James lachend. „Sogar heute noch bekomm’ ich sie kaum vom Dancefloor runter.“ Kein Wunder, wenn der Sohn mit Stücken wie „Can’t Stop“ und „Shake Out“ heiße Tickets am Stück fürs große Boogie-Wonderland ausstellt ...

Seine erste Europa-Tour absolviert er in diesem Sommer im Vorprogramm von Simply Red. Rund 130.000 Menschen werden dann unter anderem erleben, wie selbst „eine feurige Version von Stevie Wonder’s „Superstition“ wie ein James-Original“ klingen kann, wie Caroline Sullivan von The Guardian nach einem seiner Konzerte begeistert notierte.

 

On Tour mit Simply Red:

 

16.8.06 Museumsinsel - Berlin

18.8.06 Brauereihof – Freiburg

19.08.06 Museumsplatz - Bonn

20.8.06J unge Garde - Dresden

22.08.06 Amphitheater – Gelsenkirchen

23.8.06 Parkbühne - Hannover

25.08.06 Losheim Strandbad - Trier

26.08.06 Wertwiesenpark – Heilbronn

27.08.06 Schlossplatz – Coburg

 

Album: "Set The Tone"         VÖ: 01.09.2006

Single: “The Message”        VÖ: 18.08.2006


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